
Die beste Abkühlung verschafft doch ein See mit seichten Uferzonen.
Nach dem sehr langen, sonnenlosen Winter und dem mehr als nasskalten Frühling ist der ersehnte Sommer aber mit Gewalt eingebrochen und die vergangene Hitzewelle war auch für uns Hunde mehr oder weniger sehr belastend. Unter plötzlicher Hitze leiden wir genauso wie die Menschen, wobei aber wir Hunde dabei auf menschliche Fürsorge angewiesen sind. Manche Hundehalter sind jedoch im Umgang mit der Hitze, was uns betrifft, noch nicht so erfahren.
Allein unsere verschiedensten Fellarten sind bei vielen Rassen nicht mehr dazu geeignet, uns gleichzeitig gegen Kälte und auch gegen Hitze zu schützen. Die Natur hatte unsere “Allwetter-Bekleidung” ursprünglich so vorgesehen: ein festes Deckhaar, das wie Dach-Schindeln den Regen abhält und darunter dichte Unterwolle gegen die Kälte, die bei der Frühjahrshaarung für unser Frühjahrskleid abgestoßen wird.

Juhu, juhu! Nach dem Bad auf rauem Strand eine Fellmassage!
Ihr Menschen habt uns aber leider die verschiedensten, oft aber auch die unpraktischsten Fellarten angezüchtet. Bei manchem Fell ohne Unterwolle geht der sanfteste Nieselregen gleich bis auf die Haut durch oder das wenige oder gar fehlende Haar schützt nicht mehr gegen die Sonne. Sehr oft höre ich den Rudelopa sagen: “Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur die verkehrte Kleidung!” Alles schön und gut, aber wir Hunde können unzweckmäßige Kleidung nicht einfach wechseln, wie Ihr Menschen. Meine Bobtail-Freunde und andere dickfelligen Hunde im Verein kommen jetzt immer mit der neuesten Sommer-Schur daher und geben entsprechend damit an. Das scheint jetzt Mode zu werden, denn ich sehe immer mehr Bekannte frisch ‘rasiert’ daher kommen.
Unser Opa fragt sich daher oft, wozu die Züchter manchen Rassen heute noch so unbrauchbare Winterkleidung anzüchten, die dann die späteren Halter dieser Hunde jeden Sommer wieder wegscheren müssen, um ihrem Hund die Hitzequalen zu ersparen.

Im Schatten kühlt ein nasses Tuch, wenn man überhitzt ist.
Die einfachste und schönste Hitzebekämpfung ist bei uns Hunden wie bei den Menschen das Baden und Schwimmen oder wenigstens das Plantschen in einem Kinder-Plantschbecken, weil wir Hunde ja in den meisten Gewässern nicht mehr erwünscht sind. Wenn es mir im Büro zu heiß wird (das merkt meine Menschin am starken Hecheln) dann legt sie mir einfach ein klitsche-nasses Geschirrtuch auf den Rücken, welches durch die Verdunstung meinem Körper Hitze entzieht. Es bringt mir auch ein wenig Erleichterung. Das gleiche geschieht,
wenn sie mich mit einem Zerstäuber mit Wasser besprüht. Im Sommer trinken wir Hunde selbstverständlich mehr, als bei kalter Witterung. Frisches Wasser muss für uns daher immer erreichbar sein.
Auch wir Hunde können einen Hitzschlag bekommen. Man erkennt ihn am sehr starken Hecheln, gestörten Bewegungen, Erbrechen, Mattheit, Bewusstlosigkeit und bei einer Aufheizung unseres Körpers auf über 43 Grad. Ihr solltet den Hund dann zunächst in den Schatten bringen, die Beine mit Wasser kühlen, dann den Körper und den Kopf mit kalten, nassen Tüchern bedecken. Anschließend den Tierarzt aufsuchen.

Schattenzelt und Hundestrand ist einfach Luxus pur!
Wenn wir unter normalen Witterungsbedingungen auch sehr gerne Auto fahren, so ist es doch bei Hitze wirklich kein Vergnügen, dass wir überall mit hin fahren müssen. Also ich bleibe da lieber auch mal zu Hause. Letztes Jahr haben meine Menschin und ich schon bei der Autofahrt ins Büro sehr geschwitzt, was heuer im neuen (natürlich gebrauchten) Auto durch eine Klimaanlage nicht mehr so schlimm ist.
Ein bei großer Hitze auch im Schatten abgestelltes Auto kann sich in kürzester Zeit bis auf über 70 Grad aufheizen, was den Tod für jeden Hund bedeuten würde. Leider hat sich meine Menschin kein Cabrio zugelegt, denn dann könnte ich mir mit einer feschen Sonnenbrille, wie sie der Sascha hat und die vor UV-Strahlung, Zugluft und Bindehautentzündung schützt, den Fahrtwind um die Ohren wehen lassen.
So – ich glaube, das Wichtigste über den Umgang mit der Hitze bin ich heute losgeworden, aber eins fällt mir noch ein: Sind Sie schon einmal barfuß über heißes Pflaster gegangen? Wenn ja, dann können Sie sich ja vorstellen, wie es auch uns an den Fußsohlen brennt. Also bitte gehen Sie mit Ihrem Hund einen anderen Weg!
Bis auf bald!
Eure Tante Peppi