„Ich weiß ja nicht, was Sie immer für Sprüche loslassen, wenn Sie Ihrer Umwelt mitteilen wollen, dass Sie dringend Urlaub brauchen. Meine Menschin hat erst neulich gestöhnt: „Ich glaub, ich bin reif für die Insel!“ und unser Rudel-Opa sagt immer augenzwinkernd: „Urlaub ist das schönste Laub“, aber das habe ich Ihnen ja schon einmal erzählt.

Auch wir Hunde schauen manchmal träumend in die Ferne
Ich werde das ja nie verstehen, warum sich die Menschen immer so verzwickt ausdrücken. Angeblich ist das humorvoll gemeint. Wenn wir Hunde reden könnten (aber das würde mir gerade noch abgehen), dann würden wir einfach sagen, dass wir die „Schnauze voll haben“ und deshalb Erholung brauchen und keiner müsste erst um sieben Ecken denken um dahinter zu kommen, was gemeint ist. Sie wissen ja, dass wir Hunde uns über eine klare Körpersprache unterhalten und damit auch Euch Zweibeinern klar und deutlich
anzeigen, was wir fühlen oder was wir wollen. Und daher gibt es unter uns Hunden keine Missverständnisse und wir verwenden auch keine solchen verzwickten Sprichwörter, wie sie unser Opa immer drauf hat.
Langer Rede, kurzer Sinn, die Menschen brauchen nun mal regelmäßig Urlaub, weil sie ihn öfter „bitter nötig“ haben. Als Hund sehe ich das allerdings anders, weil für mich gibt es keinen Grund mich von etwas besonders zu erholen oder sogar zusammengepfercht in einem Blechbehälter (der unerklärlicherweise fliegen kann, ohne dass er die Flügel bewegt) in ein unbekanntes Land zu fliegen, weil mir in meiner gewohnten und geliebten Umgebung angeblich die „Decke auf den Kopf fällt“ (wieder so ein verwirrender Menschen-Spruch!).
Manchen Zweibeinern von mir bekannten Hunden ist das aber offensichtlich schon passiert, weil deren Hunde sogar in die heißesten Urlaubsregionen mit müssen, wo sie dann bei einer Bullenhitze hechelnd unter einem Sonnenschirm sitzen, wenn sie überhaupt mit an den Strand dürfen und nicht im Hotelzimmer bleiben müssen. Wann meine Menschin Urlaub hat, das merke ich daran, dass wir nicht wie jeden Tag im Stau ins Büro fahren und dass sie sich mit mir tagsüber mehr im Freien aufhält. Bei Hitze genieße ich mein Planschbecken im Garten und die Spaziergänge in der Abendkühle.
Natürlich fahren wir auch mal mit unserem Willi in seinem kleinen Wohnmobil auf „Menschenurlaub“ in unbekannte Gegenden. Von der schönen Reise an die Nordsee habe ich Euch ja schon mal erzählt. Urlaubsreisen mit Hund müssen aber genauer geplant werden, als wenn nur Menschen miteinander wegfahren. Menschen können improvisieren, aber was tut man zum Beispiel, wenn man bei der Ankunft im Hotel erfährt, dass Hunde nicht erlaubt sind?

Ein Glück, dass wir einen genehmigten Hundestrand gefunden haben.
In unserem Rudel gibt es da keine größeren Probleme, weil wir immer nur dorthin in Urlaub gefahren sind, wo auch wir Hunde ohne Probleme willkommen waren und worüber wir uns vor Antritt der Reise schon informiert hatten. Wir sind auch nie mit dem Zug gefahren, wo man als größerer Hund die ganze Fahrt lang einen Maulkorb tragen muss und in den Großraumwagen so wenig Platz ist, dass man sich kaum hinlegen kann. Da lob ich mir das Wohnmobil von unserem Willi, wo ich meinen bequemen Stammplatz am Fenster und meinen eigenen Sicherheitsgurt habe. Meine zwei Menschen müssen nur schon bei der Planung der Wegstrecke hundefreundliche Camping- und Stellplätze heraussuchen, denn überall sind wir Hunde nicht willkommen. Schuld sind aber auch hier die meist unerzogenen Artgenossen, die, kaum steht das Womo, von ihren rücksichtslosen menschlichen Begleitern frei laufen gelassen werden und die dann die anderen Camper belästigen, ängstigen oder gar gefährden.
Schon vor der Anschaffung eines Hundes sollten sich die Menschen darüber im Klaren sein, dass sie mit einem Hund vielleicht in ihrer bisherigen Reisefreiheit mehr oder weniger eingeschränkt sein werden. Außer sie haben jemand Zuverlässigen, der in ihrer Abwesenheit für den Hund sorgt. Damit meine ich keine Hundepension oder gar ein Tierheim. Diese Unterbringung wäre mir zu lieblos. Ich vertrage keine unpersönliche Massenunterbringung, denn ich brauche den persönlichen Bezug zu bekannten Menschen. Glücklicherweise habe ich ja unseren Opa mit seinem Rudel!
Ich erfahre immer wieder von anderen Hunden, dass viele Zweibeiner bei der Urlaubsplanung nicht darauf achten, ob das ausgewählte Urlaubsziel, das Transportmittel oder die geplanten Aktivitäten zu den Bedürfnissen des jeweiligen Hundes passen. So musste die Nachbar-Schnauzerin „Kuni“, der schon speiübel wird, wenn sie nur ein Auto sieht, zwölf Stunden im Auto in Urlaub fahren. Trotz Reisetabletten war die Hin- und Rückfahrt für sie eine einzige Qual. Dabei wäre sie so gerne bei ihren Bekannten geblieben, von denen sie sonst bei kurzer Abwesenheit ihrer Menschen betreut wird, aber ihre Leute wollten ja unbedingt Urlaub mit Hund machen. Ebenso ist Urlaub in den Bergen auch für viele schwere oder an Gelenkserkrankungen leidende Hunde nicht das richtige Urlaubsziel. Auch den Stress im Hotel oder eine Bahnfahrt mit dem Gedränge vieler fremder Menschen sollte man manchem Hund nicht zumuten, wenn dieser schon zu Hause in seiner gewohnten Umgebung sogar seinen eigenen Schatten fürchtet (den Namen von diesem Bekannten sage ich aber nicht, sonst schämt er sich nur noch mehr). Ich wünsche mir auch keine Flugreise, während der ich stundenlang in einer engen Box im Frachtraum des Flugzeugs eingesperrt sein muss.

Es geht ja nichts über ein eigenes Plantschbecken!
Was ich mir mit meiner Menschin wünschen würde, wenn ich noch jünger wäre, das wären schöne Fahrradausflüge in unserem gewohnten Klima und wo ich mich zeitweise in einem speziellen Fahrradanhänger während der Fahrt ausruhen könnte. Vorausgesetzt meine Menschin hätte ausreichend „Schmalz“ in ihren Waden, denn ich bin ganz gut „über den Winter gekommen“, wie unser Opa immer sagt. Es gibt auch geführte Hundewanderungen und immer mehr Reiseanbieter, die sich auf
Unternehmungen verschiedenster Art für aktive Hundefreunde spezialisiert haben. Sie organisieren angeblich sogar Reisen ins Ausland zu hundegerechten Bedingungen, das heißt, dass auch wir Hunde im Urlaub Spaß haben.
Weil von uns beiden meine Menschin die Perfektionistin ist und da ich davon so wie so keine Ahnung habe, hat sie mir für Sie eine Checkliste zusammengestellt, die Ihnen bei Ihren Reisevorbereitungen helfen sollte:
Am Tag vor der Abreise:
- Nur die Hälfte seiner Tagesration füttern
- Bieten Sie ihm mehr Bewegung als sonst
Am Reisetag:
- Nicht füttern, normal trinken lassen
Griffbereit im Auto:
- Halsband oder Brustgeschirr mit Heimat- und Urlaubsadresse,
- Leine, Wasserbehälter, Trinkgeschirr
- Maulkorb (vor Antritt der Reise rechtzeitig das Tragen trainieren!)
- EU-Heimtierausweis (alle benötigten Einträge vor Reiseantritt kontrollieren!)
- Haftpflichtversicherung u. Versicherungsnummer
- Hundedecke und sein Lieblings-Spielzeug
- Kot-Tüten
- Handtuch
- Küchenrolle
Nicht vergessen:
- Fertigfutter (Trockenfutter)
- Futternapf
- Bürste, Kamm
- Decke, Kissen
- Ungeziefer-Abwehrmittel
- Zeckenzange, Pinzette
- Salbe gegen rissige Pfoten
- Reservehalsband und –Leine
- Schleppleine
- Vom Tierarzt speziell für Ihren Hund zusammengestellte notwendige Medikamente (wichtig: Reisetabletten, Magen- und Durchfalltabletten)
- Notfallapotheke
Wenn Ihr Hund aus irgendwelchen wichtigen Gründen mit ins Ausland reisen muss, dann müssen Sie sich unbedingt in den Internetpräsenzen der jeweiligen Botschaften der Länder (auch der Transitländer) über die aktuellen Einreisebestimmungen informieren, sonst könnte es an den jeweiligen Grenzen böse Überraschungen geben. Von wochenlangen Quarantänen bis zur Wegnahme des Hundes ist alles möglich.
Jetzt habe ich doch wieder länger gequatscht als ich wollte und habe Ihnen doch noch nicht alles sagen können, was eventuell wichtig wäre. Aber ich bin sicher, dass Sie Ihren Urlaub gut vorplanen und dass Sie einfach alles beachten, was Ihnen und Ihrem Hund gut tut.
Ich wünsche Ihnen beiden auf jeden Fall einen stressfreien Urlaub und ich freue mich auf unseren nächsten Plausch, während ich mich inzwischen in meinem Planschbecken gemütlich abkühle.
Bis auf bald
Eure Tante Peppi