Barfen für Hunde
Die Rohkost- oder Frischfleischfütterung bei Hunden ist eine Möglichkeit den Hund in seinem
natürlichen Nährstoffbedürfnis zu unterstützen und seine Gesundheit zu stärken.
BARF steht für Biologisch Artgerechte Roh-Fütterung bei Hunden und ist eine Alternative zur Dosen- und Trockenfutter.
Barfen, also Futter frisch für Ihren Hund zu bereiten, ist nicht aufwendig. Sie müssen das Futter nicht kochen oder abwechslungsreich gestalten.
Füttern sie nach Augenmaß eine der Größe des Hundes angemessene Menge und verringern Sie diese, wenn der Hund zunimmt oder erhöhen Sie sie,
wenn er abgenommen hat. Artgerechte, naturbelassene und daher gesunde Nahrung unseres domestizierten Hundes setzt sich aus Fleisch, Knochen,
Gemüse und verschiedenen Futterzusätzen zusammen.
Das Futter beim Barfen sollte in der Regel aus 70-80% Fleisch und Knochen bestehen, dazu 15% Gemüsemischung und ca. 5% verschiedene Beifutter.
Zum Barfen gehört außer Fleisch auch:
Alle zwei Tage 1 rohes Ei mit der Schale, täglich frische Küchenkräuter fein gehackt, Knoblauch, Seealgenmehl, Öle (Distel, Leinsamen, Olivenöl,
Lachsöl),Honig, gemahlene Nüsse, Sonnenblumenkerne, geschrotete Leinsamen, Beeren, Äpfel und Bananen.
Besonders geeignet sind Bananen mit braunen oder dunkelgelben Flecken.
Die optimale Nahrung beim Barfen sollte handwarm und roh gegeben werden. Die Menge richtet sich nach dem Alter, der Größe und nach der Aktivität des Hundes.
Die Bedürfnisse können sich ändern: Häufigere oder verringerte Arbeitsphasen, längerer Urlaub, Erkrankungen, weniger Auslauf usw.
Da es gesund ist, wenn sich der Verdauungstrakt des Hundes zwischen den Malzeiten erholen kann, sollte nur einmal täglich gefüttert werden.
Zwischendurch können Sie kleine Mengen an Obst geben. Oder lassen Ihren Hund ein Stück getrockneten Ochsenziemer, Rinderohr, Rinderhaut
(keine Industrie- "Büffelhaut") oder einen Kanten hart getrocknetes Brot kauen.
Achten Sie auch darauf, dass besonders bei größeren Hunden Magendrehungen oft vorkommen. Daher sollte Ihr Hund nach der Nahrungsaufnahme
mindestens 1-2 Stunden ruhen und nicht toben oder sich wälzen!
Einen Überblick über die Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung finden Sie
hier.
Fleisch
Als Futterfleisch eignet sich in erster Linie Rindfleisch (weil es am einfachsten
zu bekommen ist), Lamm, Pferd, Wild, Fisch. Auf keinen Fall dürfen sie rohes
Schweinefleisch füttern, da es den Aujeszkyschen Virus beinhalten kann, der
für den Hund absolut tödlich ist.
Innereien (Leber, Herz, Nieren, Milz, Lunge, Pansen), die zusätzlich spezielle
Vitamine und Spurenelemente enthalten, sollten pro Mahlzeit nicht mehr als höchstens
10 bis 15% des Fleischanteils betragen. Eingefrorenes Fleisch sollte mit dem Auftauwasser
handwarm verfüttert werden.
Fleisch alleine wäre für den Hund jedoch ungesund, da Fleisch sehr viel
Phosphor und sehr wenig Kalzium enthält. Der Hund benötigt aber mehr
Kalzium als Phosphor in seiner Nahrung (1:1,2 bis 1:2) Der Knochenanteil sollte
daher relativ groß sein, damit das Phosphor/Kalzium-Verhältnis stimmt.
Der Anteil an Kohlehydrate ist bei artgerechter Ernährung äußerst
gering.
Knochen
Knochen liefern dem Hund nicht nur Kalzium, sondern beinhalten viele Mineralstoffe,
die in der Hundeernährung sehr wichtig sind. Rohe "Brustkernknochen"
vom Kalb oder Lamm werden nach langsamer Eingewöhnung auch von empfindlichen
Hunden einwandfrei und problemlos vertragen. Ersatzweise oder ergänzend
kann auch Knochenmehl (es darf aber nicht erhitzt worden sein, sonst ist es
wertlos), Eierschalen oder Kalziumzitrat (wird vom Körper besser aufgenommen
als Kalziumcarbonat) zugefüttert werden. Sie sollten die Knochen nicht
kochen, da diese dadurch hart werden und bei der Verdauung Probleme bereiten.
Gemüse und Obst
Aus verschiedenen rohen Gemüsesorten, die mit einem Häcksler feinst
zerkleinert (fast pürriert) werden sollten, stellt man eine Mischung her,
die dem Darminhalt eines Beutetieres (Pflanzenfresser) ähnelt, ihn in der
Vielfalt und Qualität jedoch noch übertrifft. Da die Zellverbände
des Gemüses durch das Zerkleinern zerstört werden, kann der Hund die
wertvollen Inhaltsstoffe (Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente) sehr gut
verwerten.
Die Gemüsemischung sollte zu 50% aus grünen Blattsalaten verschiedener
Arten bestehen (Kopfsalat, Ruccola, Spinat, Löwenzahn, junge Brennessel,
Kresse, Feldsalat usw.). Der Rest besteht wahlweise aus Karotten, Kohlrabi,
Artischocken, Blumenkohl, Brokkoli, Sellerie, Lauch, Rosenkohl usw. Rohe Kartoffeln,
Peperoni oder Auberginen sind ungeeignet und sollten keinesfalls dazugegeben
werden. Früchte und Beeren können ohne Einschränkung verwendet
werden, am besten jedoch zwischen den Mahlzeiten.
Getreide
Getreide braucht der Hund nicht und viele vertragen es auch nicht. Wenn es doch
verfüttert wird, sollte es unbedingt gekocht werden.
Futterzusätze
Je nach Alter oder gesundheitlicher Notwendigkeit wird die Fleisch- Knochen-
Gemüse-Nahrung mit ergänzenden Mineralstoffen angereichert. Diese
gibt es bereits als fertige
Mineralstoffmischungen.
Ungesättigte Fettsäuren in Form von Ölen sind für die Gesundheit
des Hundes sehr wichtig. Verwenden Sie nur kalt gepresste Öle, wie Distel-,
Raps-, Leinsamenöl usw. Omega 3 Fettsäuren in Form von
Lachsöl
sind zusätzlich sehr gesund.
Küchen- oder Heilkräuter sowie Seealgen sind sehr wertvoll und können
in kleinen Mengen unter das Futter gemischt werden.
Milchprodukte
Hier ist es ähnlich wie beim Getreide: Manche Hunde vertragen und lieben
sie, andere haben damit Probleme. Nötig sind sie Milchprodukte nicht.
Noch ein Schmankerl: das Leckermaul-Frühstück
Quark, 1 roher Eidotter, 1 Teelöffel Honig, Blütenpollen, gemahlene
Kürbiskerne, Kokosflocken, gemahlene Nüsse oder Sonnenblumenkerne.
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