Hundekrankheiten
Woran sind Veränderungen bei erkrankten Hunden festzustellen?
Grundsätzlich gilt: Alles, was anders ist, sollte näher
untersucht werden! Trauriges, unlustiges, mürrisches
oder übellauniges Benehmen kann ein Anzeichen sein.
Genauso wie häufige Lagerwechsel, Schreckhaftigkeit,
hochgradige Unruhe, planloses hin- und herlaufen, winseln,
stöhnen, aufschreien, heulen, ängstliche Gebärden,
Benommenheit, Gleichgültigkeit gegenüber der Umwelt,
ausdrucksloser Blick, langsamer schleichender Gang, Schlafsucht,
vorübergehende Bewusstseinsstörung (Schwindelanfälle
und Ohnmacht) und andere Veränderungen.
Neben diesen unspezifischen Anzeichen gibt es natürlich
auch spezielle organbezogene Veränderungen an
Körperbau,
Schleimhäuten und Haut,
Augen,
Ohren,
Zähne,
Pfoten,
Nase,
Lippen,
weibliche Geschlechtsteile,
Vorhaut,
Kreislauf,
Urin,
After und
Kot.
Körperbau
Sichtbare Formveränderungen des Knochengerüstes (bei Brüchen oder
falscher Lagerung) sollten Sie behandeln lassen, genauso wie eine Verschlechterung
des Ernährungszustandes (Abmagerung oder auch Übergewicht), Haarausfall,
stumpfes oder glanzloses Haarkleid. Diese Veränderungen können erste
Anzeichen von Tumoren oder Mangelernährung sein.
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Nase
Der Nasenspiegel sollte feucht und sauber sein. Nach „wichtigen“ Grabarbeiten
Ihres Hundes kann der Nasenspiegel mit Resten von Lehm verkrustet sein. Diese
Verkrustungen lösen Sie einfach mit lauwarmen Wasser. Bei Trockenheit der
Nase fetten Sie diese einfach mit Vaseline ein, um Rissbildungen zu vermeiden.
Bei eitrigem, schleimigen oder gar blutigem Nasenausfluss sollten Sie
den Tierarzt aufsuchen. Bei Schnupfen ist der Ausfluß wässrig und
klar. Beobachten Sie den Ausfluß und konsultieren Sie den Tierarzt, wenn
noch Fieber dazukommt.
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Schleimhäute und Haut
Nachfolgende Veränderungen der Haut oder Schleimhäute sollten Sie bemerken
und entsprechende Massnahmen veranlassen, bzw. den Tierarzt aufsuchen: Auffallend
blasse oder anderweitige Verfärbung der sichtbaren Schleimhäute (wie
Augenbindehaut oder innere Schleimhaut des Fanges), Haut der inneren Schenkelflächen
und des Bauches, trockene, harte, heiße oder kalte Haut, übler Geruch
der Hautausdünstung oder blasse schmerzunempfindliche, manchmal teigige Anschwellung
der Haut.
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Lippen
Die Lippen sollten immer feucht und geschmeidig sein. Bei einem gesunden Hund
sind die Lippen fest und geschlossen. Manche Hunde haben herabhängende Lefzen.
In diesen „Maultaschen“ können sich verschiedene Rückstände
von der Fütterung oder der Umwelt sammeln, die bei mangelnder Pflege verkleben
können. Daraus kann sich Lippenschorf oder sogar ein Lippenekzem entwickeln.
Sollten Sie dies bemerken, gehen Sie zu Ihrem Tierarzt, damit er es behandelt.
Bei regelmäßiger Pflege mit lauwarmen Wasser können solche Erkrankungen
verhindert werden.
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Kreislauf
Die Normaltemperatur eines Hundes liegt zwischen 37,9 und 38,5 Grad Celsius. Am besten messen Sie die Temperatur mit einem speziellen
Thermometer im After. Eiterungsprozesse, Infektionen, Quetschungen und Verletzungen sind oft Ursache von Fieber.
Der Puls beträgt bei großen Hunden 60 bis 80 Schläge/Minute, bei kleineren Hunden kann der Puls bis zu 120
Schläge/Minute betragen. Fühlen können Sie den Puls an der Innenseite des Oberschenkels.
Bei Angst, Schrecken, Freude, nach längerer sportlichen Betätigung oder Anstrengung ist der Puls erhöht.
Ein Hund atmet 12 bis 24 Mal im Ruhezustand.
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Urin
Der Urin muss bei der Abgabe strahlen, nicht tröpfeln. Die Farbe soll
hellgelb bis dunkelgelb sein. Der Geruch ist leicht knoblauchartig. Durch regelmäßige
Analyse des Urins kann man bereits frühzeitig viele organische Erkrankungen
feststellen, bevor Dauerschädigungen aufgetreten sind. Dazu gibt es spezielle
Urintests für den Hundehalter.
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After
Schauen Sie Ihrem Hund ruhig öfter Mal „unter den Schwanz“. Der
Hund pflegt sich auch hier in der Regel selbst. Nach Durchfall kann es zu Verklebungen
kommen, die mit Schwamm und Wasser beseitigt werden müssen. Am After des
Hundes befindet sich die Analdrüse, die beim Kotabsatz ein stark riechendes
Sekret absondert. Dies ist die individuelle „Duftnote“ jedes Hundes.
An diesem Geruch erkennen sich die Hunde untereinander.
Wenn die beiden Analdrüsenöffnungen
längere Zeit verklebt oder nicht funktionstüchtig sind, kann es zu einer
Überfüllung und Entzündung der Analdrüse kommen. Bei zu weichem
Stuhl (z.B. bei falscher Ernährung) über einen längeren Zeitraum
wird die Analdrüse auch oftmals nicht ausreichend entleert. Der Hund versucht
nun durch Schleifen des Afters am Boden („Schlittenfahren“) die Analdrüse
wieder zu öffnen, was ihm aber nur selten gelingt. In diesen Fällen
ist ein Entleeren der Analdrüse durch den Tierarzt notwendig.
Halten Sie den After Ihres Hundes immer sauber und durch gelegentliches Einfetten
mit Vaseline geschmeidig.
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Kot
Der Kot des Hundes sollte in festen, kompakten, nicht zu harten Würstchen
abgesetzt werden. Bei länger anhaltendem Durchfall, auch in Verbindung mit
Blut im Stuhl, Erbrechen oder Fieber suchen Sie unbedingt den Tierarzt auf! Überlegen
Sie bei Durchfall ohne Blut und Fieber ob Ihre Fütterung den Durchfall verursacht
hat. Mehr dazu erfahren Sie bei uns unter der Rubrik
gesunde Ernährung.
Bei Verstopfung ist in der Regel die Fütterung mit Knochen schuld. Sollte
die Verstopfung erheblich sein und Ihr Hund kein Kot mehr absetzen kann, sollten
Sie spätestens am dritten Tag den Tierarzt aufsuchen, damit er die Verstopfung
beseitigt.
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