Was bei der Pflege oft vernachlässigt wird

Itchy


Angeblich ist es vielen Zweibeinern peinlich, über Intimpflege zu reden. Anal- und Genitalbereiche spielen für uns Hunde aber speziell bei der gegenseitigen Geruchskontrolle eine wichtige Rolle. “Olfaktorische Komunikation” nennen die studierten Zweibeiner-Biologen den Informationsaustausch und die gegenseitige Unterhaltung mit Hilfe unserer Körpergerüche (sagt der Opa). Und der Opa erzählt dazu auch immer wieder den gleichen Witz, dass wir Hunde seit ewig vergeblich den Hund mit dem goldenen Hintern suchen, weil wir uns so intensiv beschnuppern. In Wirklichkeit sagen uns die Gerüche des anderen Hundes alles über ihn und er kann uns nichts vormachen. Ihr Menschen dagegen müsst das glauben (oder nicht), was Euch ein Fremder beim ersten Treffen nicht selten vorlügt.

Über die allgemeine Körperpflege hinaus ist die Pflege des Analbereichs und unserer Genitalien sehr wichtig. Schaut also bitte bei der Fellpflege auch regelmäßig mal unter unseren Schwanz (Verzeihung: Rute!) und kontrolliert unsere Aftergegend. In der Regel pflegen wir Hunde uns hier selbst. Nach Durchfall kann es aber zu Verklebungen der Analdrüsen kommen, die mit Schwamm und Wasser beseitigt werden müssen, weil unsere Zunge dazu oft nicht ausreicht oder manche Hundereassen die Stelle mit ihrer Zunge nicht erreichen können. Wir haben am unteren Afterrand (wo auf dem Zifferblatt einer Uhr die “5″ und die “7″ sind) zwei Analdrüsen-Öffnungen, die beim Kotabsatz ein stark riechendes Sekret absondern, was unsere individuelle “Duftnote” ausmacht und womit wir Hunde uns untereinander erkennen und nicht zuletzt auch durchschauen.

Wenn die beiden Drüsenöffnungen längere Zeit verklebt oder wegen zu weichem Kotabsatz nicht funktionsfähig sind, kann es zu einer Überfüllung und Entzündung der Analdrüse kommen. Wir Hunde versuchen dann durch “Schlittenfahren” die verklebte Drüse wieder zu öffnen indem wir mit dem After über den Boden rutschten und es wie Schlittenfahren aussieht, weil wir dabei die Hinterbeine steif nach vorne strecken (so als würden wir auf einem Schlitten sitzen).

Ein Entleeren der Analdrüse durch den Tierarzt ist dann aber schnell notwendig. Halten Sie daher unseren After immer sauber und durch gelegentliches Einfetten mit Vaseline geschmeidig. Unsere Ernährung sollte auch so zusammengesetzt sein, dass der Kot in festen, kompakten, nicht zu harten Würstchen abgesetzt wird und durch den dadurch entstehenden leichten Druck die Analdrüsen sich problemlos entleeren können. Wenn wir urinieren, sollten sie auch regelmäßig einen Blick darauf werfen. Der Urin muss bei der Abgaben strahlen, nicht nur tröpfeln. Die Farbe soll hellgelb bis dunkelgelb und der Geruch leicht knoblauchartig sein.

Bei der Kontrolle unserer Geschlechtsteile haben manche Zweibeiner schon mehr Probleme. Aber es hilft ja nichts. Das gehört einfach zur richtigen Pflege dazu. Die Scheide der Hündin muss regelmäßig auf eventuell außergewöhnlichen Ausfluss kontrolliert werden. Normalerweise wird eine Hündin zweimal im Jahr heiß (läufig). Ihre Regelblutungen sind daher normal. Sie pflegt sich in dieser Zeit mehr oder weniger selbst. Für Hündinnen, die in der Wohnung gehalten werden, gibt es Schutzhöschen, um die Blutspuren zu verhindern. Unregelmäßige Hitzeperioden oder andersgeartete Ausflüsse müssen Sie beim Tierarzt abklären. Auch bei Scheinträchtigkeit, die bei Hündinnen, die nicht gedeckt werden, öfter vorkommt und die Hündin sehr belasten kann, kann Sie der Tierarzt beraten.

In den Wochen nach der Läufigkeit sollten Sie Ihre Hündin aber auch genau beobachten. Sollte sie sich anders als sonst benehmen, mehr als üblich schlafen und auch trinken, appetitlos sein und sehr oft urinieren, dann suchen Sie schnellstens einen Tierarzt auf. Die Gefahr einer Gebärmutterentzündung ist bei nichtgebärenden und nicht kastrierten Hündinnen groß.

Bei uns Rüden muss unbedingt in wöchentlichen Abständen der Penis kontrolliert werden. Speziell bei jüngeren Rüden bildet sich in der Vorhaut ein eiterfarbenes Gleitmittel, was an sich noch normal ist. Es kann aber durch Infektionen oder Verleltzungen zu einer Vorhautentzündung kommen, die der Tierarzt behandeln muss. Wir Hunde zeigen das durch vermehrtes Belecken der Penisspitze an und der vermehrte Ausfluss riecht sehr unangenehm. Regelmäßige Vorhautspülungen mit einem vom Tierartz empfohlenen Mittel können Entzündungen vorbeugen.

Die Hoden von uns Rüden sollten Sie auch hie und da auf eventuelle Geschwülste oder Veränderungen überprüfen. Bei Welpen, die nur einen oder keinen Hoden im Hodensack fühlbar haben, ist der Tierarzt zu Rate zu ziehen. Hoden innerhalb der Bauchdecke können nämlich später manchmal Schwierigkeiten machen. Sie sollten daher beim Kauf eines Welpen unbedingt auf Vollzähligkeit beider Hoden achten.

Bei Unsicherheiten unbekannter Probleme fahren Sie mit uns lieber einmal umsonst zum Tierarzt, als einmal zu spät.

Gewöhnen Sie sich langsam an das Neue Jahr – Gesundheit und Zufriedenheit – wünscht Euch

Euer Itchy

Kategorie: Tante Peppi, Tiergesundheit.

4 Kommentare auf Was bei der Pflege oft vernachlässigt wird

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